Wie Sie erkennen, ob eine Bewerbung vorgefertigt ist
Von Postal Studios · Aktualisiert am · 6 Min. Lesezeit
Kurz gesagt
Achten Sie auf eine Bewerbung, die an jedes Unternehmen hätte gehen können: Floskeln, die zu jeder Stelle passen, Erfolge ohne Zahl, Produkt oder Namen, derselbe Satzbau in jedem Aufzählungspunkt, eine Kompetenzliste, die aus Ihrer Anzeige kopiert ist, und ein Anschreiben, das mit einem anderen Firmennamen genauso funktionieren würde. Nichts davon beweist für sich genommen etwas. Nehmen Sie es als Anlass nachzufragen, und prüfen Sie im Telefoninterview, indem Sie die Person bitten, eine konkrete Angabe zu erläutern.
Warum sich die Prüfung lohnt
Ein-Klick-Bewerbungen und Schreibwerkzeuge machen es billig, denselben polierten Lebenslauf und dasselbe Anschreiben an Hunderte Stellen zu schicken. Die Kosten landen bei Ihnen: Interviewtermine mit Menschen, die der Lebenslauf nicht beschreibt.
Zwei Minuten Prüfung bei den Bewerbungen, die austauschbar wirken, und eine gezielte Frage im Gespräch halten Ihre Interviews für Menschen frei, die belegen können, was sie geschrieben haben. Es geht nicht darum, jemanden zu überführen, sondern darum herauszufinden, was die Person tatsächlich getan hat.
Sechs Prüfungen, in dieser Reihenfolge
- 1
Auf Floskeln achten, die zu jeder Stelle passen
„Teamfähig und belastbar“, „hohe Einsatzbereitschaft“, „ergebnisorientiert“, „ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit“. Ein oder zwei davon sind normal. Ein Lebenslauf, der aus ihnen besteht, sagt wenig über die Person, die ihn geschickt hat.
- 2
Nach dem Konkreten hinter jeder Angabe suchen
Echte Erfahrung hinterlässt Spuren: eine Zahl, ein Produkt, eine Kundengruppe, eine Teamgröße, ein Werkzeug, ein Datum. „Effizienz in der Abteilung gesteigert“ hat nichts davon. „Monatsabschluss von acht auf fünf Tage verkürzt“ hat drei. Zählen Sie, wie viele Aufzählungspunkte mindestens eine solche Spur enthalten.
- 3
Auf den Rhythmus achten
Wenn jeder Aufzählungspunkt dieselbe Form, Länge und denselben Einstieg hat und jeder Abschnitt identisch aufgebaut ist, wurde der Text vermutlich in einem Zug aus einer Vorlage oder mit einem Schreibwerkzeug erstellt, statt über eine Laufbahn hinweg gewachsen zu sein.
- 4
Mit Ihrer Anzeige vergleichen
Eine Kompetenzliste, die Ihre Stellenanzeige Wort für Wort und in derselben Reihenfolge wiederholt, wurde für einen Schlagwortfilter geschrieben. Das ist an sich nicht unehrlich, aber dann brauchen Sie für jede Kompetenz einen Beleg aus dem beruflichen Werdegang, nicht aus der Kompetenzliste.
- 5
Auf Ungereimtheiten achten
Ein Anschreiben, das ein anderes Unternehmen nennt. Verantwortung weit über dem Jobtitel. Ein Werkzeug, das länger genannt wird, als es existiert. Zeiträume, die sich ohne Erklärung überschneiden. Das wiegt schwerer als der Stil.
- 6
Prüfen statt absagen
Nehmen Sie die allgemeinste Angabe und fragen Sie im kurzen Telefoninterview danach: „Erzählen Sie mir von diesem Projekt. Wie war die Zahl vorher und nachher? Wer war noch beteiligt, und was war Ihr Teil?“ Wer die Arbeit gemacht hat, antwortet leicht und im Detail. Für eine Kernkompetenz leistet eine kurze, stellenbezogene Arbeitsprobe dasselbe.
Worauf Sie sich nicht verlassen sollten
- Fehlerfreie Rechtschreibung. Sorgfältige Schreiber und alle, die ihren Lebenslauf gegenlesen ließen, wirken poliert.
- Eine Vorlage allein. Viele starke Kandidaten beginnen mit einer; entscheidend ist, was sie hineinschreiben.
- Formelhafte Arbeitszeugnisse. Ihre Sprache ist in Deutschland bewusst standardisiert und sagt nichts darüber, wie der Lebenslauf entstanden ist.
- Automatische Textdetektoren allein. Ihre Werte sind unzuverlässig: Eine 2023 in der Fachzeitschrift Patterns veröffentlichte Stanford-Studie ergab, dass sie Texte von Nicht-Muttersprachlern des Englischen weit häufiger fälschlich markieren als Texte von Muttersprachlern. Nehmen Sie jeden Wert, auch unseren, als Anlass, genauer hinzusehen.
Häufige Fragen
Nein. Viele starke Kandidaten tun das. Das Problem ist ein Lebenslauf ohne Konkretes, egal wer ihn geschrieben hat. Bewerten Sie die Belege, nicht das Werkzeug.
Nein. Nehmen Sie es als Anlass, nach Details zu fragen. Wer seine Angaben im Detail erläutern kann, ist ein guter Kandidat mit einem austauschbaren Lebenslauf.
Mit einem zehnminütigen Telefonat und einer Frage pro vager Angabe: Was genau haben Sie getan, was hat sich verändert, und woran merken Sie das? Für eine Kernkompetenz mit einer kurzen, stellenbezogenen Arbeitsprobe.
Es erwähnt etwas, das nur Ihr Unternehmen oder diese Stelle hat: das Produkt, den Markt, einen Satz aus der Anzeige, auf den die Person eingeht. Ein Anschreiben, das mit dem Namen eines anderen Unternehmens genauso funktionieren würde, wurde nicht für Sie geschrieben.
Software kann die Muster erkennen: Floskeln, fehlende Zahlen, einheitlichen Aufbau. Ob die Person die Arbeit gemacht hat, kann sie nicht wissen. JobQuisitor markiert die Lebensläufe mit diesen Mustern, damit Sie wissen, wo Sie hinsehen sollten; die Klärung bringt das Interview.
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